Vodafone – Bestandskunden sind Kunden zweiter Klasse

Bis vor kurzem war ich zufriedener Kunde von Vodafone mit einem „Vodafone DSL Classic Paket“ zum Preis von EUR 29,95/Monat.
Jetzt bietet Vodafone diesen Tarif für EUR 24,95, also EUR 5,- weniger, an. Macht im Jahr immerhin eine Ersparnis von EUR 60,- aus. Die wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Zuerst informierte ich mich im Hilfe-Bereich der Vodafone-Website. Dort werden leider nur Fragen zum Thema Tarifwechsel beantwortet, nicht zu meinem Anliegen – „Ich möchte den aktuell für Neukunden angebotenen Preis meines aktuellen Tarifs“.
Zwei Anfragen über das Kontaktformular der Vodafon-Website wurden nicht beantwortet – sehr ärgerlich, Zeit verschwendet. Also ein Anruf bei Vodafone. Dort wurde mir mitgeteilt, ich könne im Oktober 2012 (jetzt ist Februar 2012), was 6 Monate vor Ablauf meiner Vertragslaufzeit wäre, den neuen Preis von EUR 24,95 bekommen – mit einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten. Es gebe keine Möglichkeit für Bestandskunden, sofort von der Preissenkung zu profitieren. Selbstverständlich könne ich aber sofort in einen teureren Tarif wechseln.

Als Neukunde würde ich eine EUR 50,- Gutschrift, vergünstigte Hardware und eben einen Preis von EUR 24,95 bekommen. Als Bestandskunde zahle ich weitere sechs Monate EUR 5,- mehr, nur um mich dann für weitere 24 Monate ohne EUR 50,- Gutschrift und ohne vergünstigte Hardware an Vodafone zu binden.

Vodafone, wie jedes Unternehmen, schenkt nichts her. Das Preissenkungen nicht automatisch an Bestandskunden weitergegeben werden, kann ich nachvollziehen, obwohl das ein toller Kundenservice wäre und mich persönlich an ein Unternehmen binden würde.
Auf Nachfrage hätte ich aber schon eine Tarifanpassung erwartet, auch wenn ich keinen rechtlichen Anspruch darauf habe, da ein Vertrag zwischen Vodafone und mir besteht, der bis Ende April 2013 ein Entgelt von EUR 29,95 beinhaltet – das ist mir schon klar.

Was widersprüchlich und betriebswirtschaftlich völliger Blödsinn ist:
Neukunden werden mit Rechnungsgutschrift und vergünstigter Hardware geworben, Bestandskunden wie ich werden vergrault – durch Nichtbeantwortung der Kontaktformular-Anfragen und der verweigerten Tarifanpassung. Die Gewinnung eines Neukunden kostet 5-10 Mal mehr Geld als die Zufriedenstellung eines Bestandskunden. Wenn es der Wille von Vodafone ist, so zu handeln, bitte. Ich würde schleunigst meine Kommunikations- und Preispolitik anpassen. Eine kurze Suche in einschlägigen Internetforen bringt viele Postings wie meines hier hervor, es ist also ein echtes Problem für Vodafone, welches in seiner Gesamtheit Vodafone viel Geld kosten wird.

Was werde ich also machen?
Hier geht es ums Prinzip, ich möchte mich nicht schlechter behandeln lassen als ein Neukunde. Ich werde den Vertrag mit Vodafone auslaufen lassen und zu einem Anbieter mit vergleichbarem Angebot wechseln, im Moment wäre das 1&1. Natürlich wird der neue Anbieter das selbe Spiel spielen wie Vodafone und Preissenkungen nicht an Kunden weitergeben, aber zumindest zum Zeitpunkt des Wechsels habe ich aktuelle Konditionen.

Könnte mich Vodafone noch halten?
Klar doch, den Anschlusswechsel-Ärger würde ich mir gerne ersparen. Nach der Pleite mit dem Kontaktformular und der Hotline wende ich mich ein letztes Mal an Vodafone – per Facebook und Twitter. Findet sich dort ein Vodafone-Mitarbeiter, der meinem Anliegen gehör schenkt und mir eine Anpassung des Tarifs (gerne mit 24-monatiger Laufzeit, bzw. bis zur nächsten Tarifsenkung) und den Kauf eines vergünstigten neuen DSL-Router/Modems (bevor das akuell drei Jahre alte Gerät kaputt geht) anbietet, bleibe ich gerne bei Vodafone.
Also, lieber Vodafone-Mitarbeiter, ich bin gespannt, ob Du Dich meldest!
Erfolgt keine Reaktion, hat Vodafone mich als Kunden für 24 Monate verloren und hat dann die Chance mich, unter Zahlung sämtlicher Neukundenvorteile, vielleicht zurück zu gewinnen – auch wenn ich mich dann tendeziell gegen Vodafone entscheiden würde, wenn es vergleichbare Angebote gibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.