Kobo Aura H2O eBook-Reader mit VerpackungObwohl mich der Kobo Aura letztes Jahr eher enttäuscht hat, konnte ich meine Neugier nicht zügeln und habe mir Kobos neuestes Lesegerät gekauft. Der eBook-Reader Kobo Aura H2O hat ein 6,8 Zoll großes Display mit Beleuchtung. Der Zusatz H2O bedeutet eine Zertifizierung nach IP67 – das Gerät ist für 30 Minuten bei einem Meter Tiefe wasserdicht. Eine genaue Beschreibung des Kobo Aura H2O findet sich hier bei Kobo.

Ich möchte mich, wie in meinen anderen, subjektiven eBook-Reader Tests (Sony PRS-T3 gegen Kobo Aura, Tolino Vision) auch, auf die Kernkompetenz des eBook-Readers konzentrieren: Die möglichst papiernahe Darstellung von eBooks.

 

 

 

 

Größe, Gewicht, Fingerabdrücke und Verarbeitungsqualität

Kobo Aura H2O eBook-Reader im Größenvergleich mit einem 6 Zoll eBook-ReaderDer Kobo Aura H2O mit 6,8 Zoll Display wiegt knapp 230g, mein Sony PRS-T3S mit 6 Zoll Display knapp 170g. Durch das größere Gehäuse und die breiteren Rändern im Vergleich zum Sony liegt der Kobo Aura H2O angenehm in der Hand. Die Daumen liegen bequem am Rand auf. Die Abschrägung der Rückseite verbessert das “Festhaltegefühl” zusätzlich.
Das 6,8 Zoll Display soll angeblich ein 30% größeres Display bieten. Das mag rechnerisch stimmen, subjektiv ist der Unterschied nicht so groß, bei annähernd identischen Schriftformatierungen stellt der Kobo Aura H2O vielleicht ein Wort pro Zeile mehr dar als der Sony PRS-T3S 6 Zoll eBook-Reader.

Negativ fällt mir die Anfälligkeit der Oberfläche für Fingerabdrücke auf. Kaum angefasst, schon kann die Spurensicherung zur Fingerabdruckaufnahme kommen. Bei meinen anderen eBook-Readern treten ebenfalls Fingerabdrücke am Gehäuse auf, allerdings nicht so extrem wie beim Kobo Aura H2O. Leider sind die Fingerfettspuren schwer zu entfernen, wobei man sich diese Mühe sparen kann – beim nächsten Anfassen sind die Fingerabdrücke wieder da.

Die Verarbeitung des Kobo Aura H2O ist tadellos, bei IP67 ist das auch ein Muss, sonst wäre er ja undicht. Endlich bewegt sich Kobo hier auf Augenhöhe mit Sony. Beim Kobo Aura HD und beim Kobo Aura knirschte und knarzte es auffällig, bzw. sind mir kleine Verarbeitungsmängel aufgefallen.

Das Wichtigste: Die Lesbarkeit auf dem Kobo H2O

Kobo Aura H2O eBook Reader mit Beleuchtung neben unbeleuchtetem Sony PRS-T3S eBook-ReaderUm es kurz zu sagen: ich bin begeistert!
Die Auflösung von 1430 x 1080 Pixeln (265 dpi) sorgt für eine sehr scharfe Darstellung der Texte. Im Gegensatz zum Tolino Vision und Kobo Aura sind die Buchstaben nicht “leicht verschwommen” (kann es nicht besser ausdrücken).
Schaltet man die stufenlos regelbare Beleuchtung des Kobo Aura H2O ein, ist man begeistert: Kein “Litfasssäulen-Effekt” (siehe hier) wie beim Tolino Vision und Kobo Aura. Die Buchstaben sind schwarz, so wie es sein soll. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, der Farbton angenehm (ohne Blaustich). Am unteren Rand bilden sich leichte Schatten, die stören aber nicht wirklich. Bei 10-20% Hintergrundbeleuchtung entsteht der Eindruck, weißen, papierfarbenen Hintergrund zu betrachten. Sehr schön!
Ghosting (Seiteninhalte vorheriger Seiten sind am Display leicht sichtbar) konnte ich (bei einem Page-Refresh alle drei Seiten) nicht übermäßig feststellen, zumindest ist es nicht so auffällig wie beim Tolino Vision.
Im Vergleich zum Kindle Paperwhite 2, auf den ich vor einige Wochen neidisch bei einem Kollegen schielte, muss sich der Kobo Aura H2O bezüglich des Displays und der Lesbarkeit nicht verstecken, im Gegenteil – er ist dem Kindle Paperwhite 2 überlegen.

Bedienung des Kobo Aura H2OKobo Aura H2O eBook-Reader Darstellung bei 100 Prozent Beleuchtung

Die kurzen Reaktionszeiten des Geräts auf Nutzereingaben und ein logisch strukturiertes Menü sorgen für angenehmes “Arbeiten” mit dem Kobo Aura H2O. Wie bei allen Kobos, die ich bisher in den Fingern hatte, lassen sich Schriftgröße, Schriftarten, Seitenausrichtung, Zeilenhöhen und Randabstände einstellen und an die persönlichen Vorlieben gut anpassen.

Nervig ist die Handhabung der Wörterbücher. Markiert man ein Wort, öffnet sich das Wörterbuchfenster. Standardmäßig ist hier “Englisch” eingestellt. Wenn ich ein englischsprachiges Buch lese, brauche ich aber “Englisch-Deutsch”. Leider kann man sein bevorzugtes Wörterbuch NICHT als Standard hinterlegen, bei jedem Wörterbuchaufruf muss umständlich von “Englisch” auf “Englisch-Deutsch” gewechselt werden. Das nervt gewaltig, bzw. spornt zum Vokabeln lernen an, um die Wörterbuchfunktion möglichst selten nutzen zu müssen. 3x tippen für eine Übersetzen, beim Sony PRS-T3s tippt man 1x aufs Wort und bekommt die Übersetzung.

Tipp: Kobo Aura H2O – schnellere Englisch-Deutsch Übersetzung

Schließt man den Kobo Aura H2O an einen PC an und betrachtet im neu erscheinendem Laufwerk das Verzeichnis .kobo\dict, sind dort, bei installierten “Englisch” und “Deutsch-Englisch” Wörterbüchern, die Dateien “dicthtml-en-de.zip” und “dicthtml.zip” vorhanden. Löscht man die “dicthtml.zip” und benennt die andere Datei in “dicthtml.zip” um, trickst man den eBook-Reader aus. Künftig erscheint beim Aufruf des Wörterbuchs sofort die Englisch-Deutsch Übersetzung, als aktives Wörterbuch wird weiterhin “Englisch” angezeigt, aber wenn interessiert das.

Kobo liest immer mit – die Zwangsregistrierung

Bevor man den Kobo Aura H2O benutzen kann, muss man ihn, wie alle Kobo eBook-Reader, mit einem Kobo-Konto verknüpfen. Dies dient zum Kauf von eBooks direkt am Kobo Aura H2O ohne Umweg über den PC sowie der Synchronisierung mit anderen, aufs gleiche Konto registrierte Kobo eBook-Reader und Smartphone-Apps. Leider werden nur bei Kobo direkt gekaufte eBooks synchronisiert. Kauft man z.B. bei eBook.de ein eBook, wird es nicht synchronisiert.

Da ich Wert auf meine Privatsphäre lege und nicht unbedingt möchte, dass Kobo über mein Leseverhalten informiert wird, ist die Zwangsregistrierung für mich eher lästig, nutzlos und Zeitverschwendung. Als optionale Möglichkeit wäre die Registrierung OK, als Zwang stößt es mir sauer auf und schreckt mich ab. Als Konsequenz werde ich keine ebooks über den Kobo-Shop kaufen und WLAN nur zur Firmwareaktualisierung nutzen – wer kann schon sagen, was Kobo sonst alles an Daten sammelt.
Meinen Kobo-Account habe ich über ein Wegwerf-eMail-Adresse registriert.

Mein Fazit zum Kobo Aura H2O

Der Sony PRS-T3S wird in Rente geschickt, der Kobo Aura H2O begeistert mich. Getrübt wird der gute Eindruck etwas vom Fingerabdruck-Gehäuse, der umständlichen (aber verbesserbaren) Wörterbuchfunktion und der (einmaligen, also zu verschmerzenden) Zwangsregistrierung. Endlich gibt es einen ebook-Reader, bei dem die Beleuchtung für mich kein Ärgernis, sondern ein sinnvoller Zusatznutzen ist und für eine papiernahe Darstellung sorgt.

Kommentare

  1. sonja sagt:

    durch zufall bin ich auf deine seite gestoßen. mein gatte und ich wollen meiner besten freundin einen e-book reader kaufen. wir schwanken zwischen kindle pw mit 3g, tolino vision 2 und dem von dir beschriebenen kobo. etwas verwundert waren wir,als wir bei amazon die negative bewertung über den kobo gelesen haben, meine odysee ……………………
    keiner von uns hatte noch einen e-reader.

    wäre nett, wenn du uns über unser email eine kurze nachricht zukommen laßen würdest. tolino,kindle oder kobo. die freundin ist eine leseratte ,-). wegen wlan, würde mein gatte ihre einen hotspot einrichten.

    danke und liebe grüße

    sonja

  2. hqadmin sagt:

    Hallo Sonja,

    von der Darstellungsqualität tun sich Kindle Paperwhite und Kobo Aura H2O nicht viel. Am Kindle PW schreckt mich ab, dass man nur bei Amazon eBooks kaufen kann, da der Kindle PW nur Amazons eigenes eBook-Format verarbeiten kann und man gezwungen ist, eBooks ausschließlich bei Amazon zu kaufen.
    Der Kobo Aura H2O kann bei vielen Shops mit Lesefutter im ePub-Format bestückt werden, wie alle anderen eBook-Reader auch – außer Amazons Kindle-Geräte.
    Den Tolino Vision 2 habe ich noch nicht in der Hand gehabt, aber den Tolino Vision. Da der zweite Tolino nur ein leicht überarbeitetes Gerät mit zum Vorgänger identischer Display-Technik ist, würde ich mir den nicht kaufen – Grund siehe meinen entsprechenden Blogeintrag zum Tolino Vision.
    Ich bin von Tag zu Tag begeisterter vom Kobo Aura H2O – mit dem letzten Softwareupdate des Geräts hat Kobo die von mir bemängelte umständliche Benutzung des Wörterbuchs optimiert, jetzt merkt sich der Kobo Aura H2O das zuletzt verwendete Wörterbuch und macht es einfacher, englische eBooks zu lesen.
    Für Leseratten, so wie mich, ist es das zur Zeit ideale Gerät.
    Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

  3. Petra sagt:

    Danke für die tollen Infos. Bin eigentlich Sony Fan. Leider gab es ihn nie mit Licht ansonsten wäre ich bei ihm geblieben. Tagsüber benutze ich ihn immer noch.
    Für abends hatte ich den tolino shine dann den vision und jetzt den vision 2 . Dieser hat einen defekten Akku und ich werde ihn reklamieren sollte das Gerät erstattet werden möchte ich mir den Kobo Aura H2O zulegen.
    Kannst du was zu den Ordnerstrukturen sagen. Das finde ich beim sony einfach super. Kann der kobo das auch. Habe sehr sehr viele ebooks und ich möchte die wie auf dem sony sortieren.

    LG Petra

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