eBook-Reader: Sony PRS-T3 gegen Kobo Aura

Sony PRS-T3 und Kobo Aura nebeneinanderSeit 2010 vertraue ich auf eBook-Reader von Sony. Pünktlich jeden Herbst gibt es die neue Hardware-Generation zu kaufen, marginal verbessert zum Vorjahresmodell.
Die Konkurrenz schläft nicht und hat Sony bezüglich Technik (beleuchtetes Display, höhere Displayauflösung) und Bedienbarkeit (Textformatierungsmöglichkeiten, Integration von Social Media [wer es braucht..]) überholt und bietet insgesamt bessere Lesegeräte an – oder doch nicht?

Der neue Sony PRS-T3 bietet, wie die Vorjahresmodelle immer noch keine Textformatierungsmöglichkeiten, ich spreche von einfachen Dingen wie Blocksatz, dafür aber zumindest ein Display mit 1024×758 Auflösung statt 800×600 wie bisher. Eine Hintergrundbeleuchtung hat der Sony keine. Für Leser englischer Bücher wichtig: Die Übersetzungsfunktion ist beim PRS-T3 wesentlich besser zu bedienen (Wort markieren – Wörterbuch mit der Übersetzung öffnet sich) als beim Kobo Aura (Wort markieren – englischsprachiges Wörterbuch öffnet sich – Umschalten auf englisches Wörterbuchmodus – bestätigen – Übersetzung öffnet sich).
Der Kobo Aura hat sehr gute Textformatieroptionen, ebenfalls 1024×758 Auflösung und ein beleuchtetes Display – auf den ersten Blick das bessere Gerät.

Verarbeitung der Geräte:
Sony PRS-T3: Nichts zu bemängeln, mattes Gehäuse, keine Spiegelungen
Kobo Aura: Minimale Beschädigungen in der oberen und unteren Rechten Ecke – vom Aufkleben des Deckmaterials? Mattes Gehäuse, aber durch das durchgehende Deckmaterial auf der Oberseite, der Aura sieht aus wie ein Tablet und hat keine Vertiefung vom Rand zum Display wie andere ebook-Reader, störende Spiegelungen.

Bedienung
Einschalten, Wecken aus dem Stand-By, Bedienung der Menüs, Umblättern – das alles gelingt flüssig ohne Wartezeiten auf beiden Geräten.
Die Oberfläche ist bei beiden Geräten logisch aufgebaut und problemlos zu bedienen.

Ghosting beim Umblättern
Die zweite Neuerung am PRS-T3-Display neben der höheren Auflösung ist eine Technik, welche das Ghosting verringern soll.
Als Ghosting werden Schriftfragmente von vorhergehenden Seiten bezeichnet, die man nach dem Umblättern noch sieht, meistens durchscheinend. Nicht dramatisch, aber doch störend, deshalb ist jede Verringerung des Ghostings willkommen.
Sowohl beim Kobo Aura als auch beim Sony PRS-T3 ist das Ghosting deutlich geringer als bei meinem alten Sony PRS-T2, wobei mir das „Anti-Ghosting“ des Kobo Aura etwas besser zu arbeiten scheint als der des PRS-T3. Für einen „weichen“ Seitenwechsel sorgen beide Geräte. Die „harte“ Seitenwechselmethode wäre der „Page-Refresh“ auf jeder Seite, was man bei beiden eBook-Readern einstellen kann. Dann flackert beim Seitenwechsel der Bildschirm kurz schwarz auf und es gibt kein Ghosting.

Kobo Aura patzt bei der Textdarstellung
Was ist die Grundfunktion eines eBook Readers? Richtig: Ein eBook vergleichbar zu einem gedruckten Buch darzustellen. Genau hier patzt der Kobo Aura meiner subjektiven Meinung nach gewaltig. Das ist ein so grundlegendes Problem, dass ich hoffe, dies möge ein Fabrikationsfehler meines Kobo Aura sein, denn in keinem der vielen im Internet kursierenden Testberichte wird davon gesprochen. Die Buchstaben sind, im Vergleich zum Sony PRS-T3 und meinem Kobo Mini, unscharf.
Der Hintergrund des eInk-Displays ist beim Kobo Aura dunkler als beim Sony PRS-T3, dies liegt wohl an der Lichtleiterfolie des Kobo, welche das von LEDs erzeugte Licht  über das Display verteilt.

Die Beleuchtung des Kobo Aura
Der Aha-Effekt beleuchteter eBook-Reader lässt sich gut an meinem Foto erkennen. Auf den ersten Blick erscheint das Display des Kobo Aura (rechts) dem Sony PRS-T3 klar überlegen. Platziert man den Sony unter einer guten Lichtquelle, wie ein normales Buch, ist der Hintergrund immer noch dunkler als beim beleuchtetem Kobo Aura, der Unterschied ist aber nicht so groß wie es auf dem Foto erscheint.
Das Lesen in Dunkelheit ist ebenso anstrengend für die Augen wie auf einem Tablet, zumindest ich würde beim Lesen mit dem Aura immer noch eine zusätzliche Lichtquelle verwenden, dann ist die Beleuchtung durchaus angenehm.
Die Ausleuchtung des Displays ist gleichmäßig, nur am Rand sieht man einen leichten, nicht störenden Rahmen, wenn die Beleuchtung nicht auf 100% steht.
Der beleuchtete Text wirkt wie bei „Plastik-Werbesäulen“, die von innen angestrahlt werden. Der Text ist nicht schwarz, sondern dunkelgrau.

Softwareprobleme, die mir aufgefallen sind, und sicher bald (Erstelldatum dieses Beitrags ist der 22.10.2013) per Firmware-Update behoben werden:
Sony PRS-T3: Die Silbentrennungsfunktion produziert Worttrennungen wie „I-hr“ und „A-uch“, das sorgt nicht für einen harmonischen Lesefluss und stört auf die Dauer gewaltig (wenn man so pingelig ist wie ich).
Kobo Aura: Bei jedem Schließen des Wörterbuchs sind Buchzeilen am Display verschwunden, man muss das Buch schließen und wieder öffnen, um dies zu beheben. Somit sind, abgesehen von der umständlichen Bedienung, die Wörterbücher nicht nutzbar, es sei denn, man schließt und öffnet nach jeder Benutzung das eBook – das kann es ja nicht sein.

Mein Fazit:
Am Papier ist der Kobo Aura der bessere eBook-Reader, im Alltag stellt sich für mich der Sony PRS-T3 als überlegen heraus.
Für EUR 50,- Aufpreis im Vergleich zum Sony PRS-T3 (Model S ohne Hülle) ist der Aura für mich sein Geld nicht wert, der Sony mit seinem Schriftbild klar überlegen. Dann habe ich halt keine Displaybeleuchtung und kann keinen Blocksatz einstellen, dafür ist das Schriftbild scharf, das Wörterbuch funktioniert und das Gehäuse spiegelt nicht.

Eine Antwort auf „eBook-Reader: Sony PRS-T3 gegen Kobo Aura“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.