eBook-Reader Test: Kobo Aura One

Kobo Aura One eBook ReaderDer Kobo Aura One ist seit September 2016 das neue Spitzenmodell von Kobo. Für EUR 229,- erhält man ein mit 7,8 Zoll sehr großes Display mit 300ppi Auflösung, 1 Zoll größer als beim Kobo Aura H2O.
Der Kobo Aura One ist IPX8 zertifiziert und kann theoretisch zwei Stunden unter Wasser getaucht werden, ohne das Schäden am Gerät entstehen.
Ein Slot für eine Micro-SD Karte fehlt, der Kobo Aura One bietet 8GB internen Speicher für eBooks.
Eine Besonderheit und zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags ein Alleinstellungsmerkmal unter allen eBook-Readern ist die Beleuchtung des Kobo Aura One. Durch zusätzliche rot leuchtende LEDs lässt sich der Anteil von blauem Licht an der Beleuchtung reduzieren. Das kennt man von Smartphone-Apps. Blaues Licht stört angeblich beim Einschlafen, der Rotlichtanteil soll dies reduzieren. Der Kobo Aura One hat einen Lichtsensor, der die Beleuchtung auf Wunsch automatisch an die Umgebung anpasst.

Größe, Gewicht, Fingerabdrücke und Verarbeitungsqualität

eBook-Reader im Größenvergleich, von 5 Zoll bis 7,8 Zoll
eBook-Reader im Größenvergleich: Kobo Mini (5 Zoll), Sony PRS-T1 (6 Zoll), Kobo H2O (6,8 Zoll) und Kobo Aura One (7,8 Zoll)
Spaltmaße des Kobo Aura One eBook-Readers
3 Blätter Papier in die Spalte zwischen Display und Gehäuse geschoben

Mit 230 Gramm ist der Kobo Aura One ein paar Gramm leichter als der Kobo Aura H2O. Das Gehäuse ist etwas breiter und länger als beim Kobo Aura H2O, aber nicht dramatisch.  Spürbar reduziert wurde die Dicke des Gehäuses. Die Rückseite besteht aus einer fein genoppten Oberfläche, auf der kaum Fingerfett zurück bleibt. Das bündig mit dem Gehäuse abschließende Display (wie bei Smartphones/Tablets) und dessen Rand sind nicht so empfindlich für Fingerabdrücke wie noch der Kobo Aura H2O, das hat sich deutlich verbessert.
Die Verarbeitungsqualität muss bei einem eBook-Reader für EUR 229,- über jeden Zweifel erhaben sein. Für einen Premium-Preis erwarte ich ein tadelloses Gerät. Spalten zwischen Display und Gehäuse sind bei meinem Kobo Aura One leider deutlich zu sehen. Schaut man genau hin, sieht man auch Kleber, der unter dem Gehäuse in die Spalten quillt. Es sieht so aus, als ob das Display mit der Technik ins Gehäuse geklebt wird, bei meinen Gerät treten die Spalten rechts und unten auf, die „Technikeinheit“ wurde also beim Einkleben in die obere rechte Ecke des Gehäuses geschoben.
Wie auf dem Foto zu sehen, kann ich problemlos drei Blätter Papier in die Spalte zwischen Gehäuse und Display stecken.

Das Wichtigste: Die Lesbarkeit auf dem Kobo Aura One

Texte werden scharf dargestellt, bei eingeschalteter Beleuchtung bleiben die Buchstaben schwarz und werden nicht grau – sehr schön. Durch die plane Oberfläche des Geräts wird die Illusion verstärkt, auf Papier zu lesen. Das um 1 Zoll größere Display sorgt für weniger Blättervorgänge. Die Beleuchtung ist gleichmäßig, nur an den Rändern sieht man bei schwach eingestellter Beleuchtung „schwarzen Nebel“ über dem Display liegen. Erhöht man die Beleuchtung auf 15%, ist davon nichts zu sehen. So etwas kenne ich vom Kobo Aura H2O nicht, störend ist das aber nicht. Das Seitenblättern kommt mir etwas schneller vor als beim Kobo Aura H2O, Ghostingeffekte konnte ich keine feststellen (page refresh alle sechs Seiten).
Sehr angenehm ist das Rotlich, vor allem, wenn man den Lichtsensor nutzt. So erhöht sich mit fortschreitender Uhrzeit der Rotlichtanteil. Schaltet man das Rotlicht aus und sieht die „normale“ Beleuchtung, ist der Unterschied gewaltig. Ob das wirklich für besseres Einschlafen sorgt, kann ich nicht sagen, angenehm für die Augen ist es jedenfalls. Bis ca. 40-50% Rotlichtanteil wirkt die Beleuchtung nicht rot, erst danach nehme ich einen rötliche Verfärbung wahr.

Bedienung des Kobo Aura One

Der Touch-Screen reagiert schnell, wenn ich auch das Gefühl habe, etwas stärker drücken zu müssen als beim Kobo Aura H2O. Wie bei allen Kobos, die ich bisher in den Fingern hatte, lassen sich Schriftgröße, Schriftarten, Seitenausrichtung, Zeilenhöhen und Randabstände einstellen und an die persönlichen Vorlieben gut anpassen.
Trotz größerem Display hat der Kobo Aura One ein geringeres Gewicht als der Kobo Aura H2O. Erkauft wird das durch einen Akku mit geringerer Kapazität. Die Akkuanzeige verringerte sich von 100% auf 79% nach der Lektüre von ca. 220 Seiten (WLAN und Lichtsensor abgeschaltet, Beleuchtung auf 10%).

Mein Fazit zum Kobo Aura One

Positiv finde ich die Beleuchtung (Rotlicht, Lichtsensor), da bietet der Kobo Aura One einen echten Mehrwert.
Negativ und in dieser Preisklasse nicht zu rechtfertigen finde ich die Spaltmaße zwischen Gehäuse und Display. Bei einem hochpreisigen Smartphone würde man das nicht akzeptieren, warum also bei einem hochpreisigen eBook-Reader?
Der Akku ist zu unterdimensioniert. Wenn 220 Seiten lesen 1/5 des Akkus leersaugen (ohne WLAN, ohne Lichtsensor, bei schwacher Beleuchtung), kann ich mir ausrechnen, dass ich den Kobo Aura One wesentlich öfter aufladen muss, als den Kobo Aura H2O. Welche Auswirkungen eine erhöhte Anzahl an Ladezyklen auf die Lebensdauer des nicht tauschbaren Akkus und damit auf den Kobo Aura One insgesamt hat, kann ich nicht einschätzen, aber ein schlechtes Gefühl bleibt.
Egal, wie ich das Gerät mit den Händen greife, der Rahmen schneidet mir in die Handflächen und ich verbiege meine Finger im Bemühen, dies zu vermeiden – letztendlich schmerzen meine Hände  vom Halten des Kobo Aura One. Das Gehäuse ist zu dünn. Hier sollte jeder vor dem Kauf ausprobieren, ob bequemes Halten des Geräts möglich ist.
Mein Wunsch an Kobo: Bessere Verarbeitung, ein stärkerer Akku und ein griffigeres Gehäuse – anders gesagt, die Beleuchtungstechnik des Aura One im Gehäuse des H2O mit der Rückseite des Aura One. Vorerst bleibe ich dem Kobo Aura H2O treu, der Kobo Aura One rechtfertigt für mich seinen Kaufpreis nicht.

eBook-Reader Test – Kobo Aura H2O

Kobo Aura H2O eBook-Reader mit VerpackungObwohl mich der Kobo Aura letztes Jahr eher enttäuscht hat, konnte ich meine Neugier nicht zügeln und habe mir Kobos neuestes Lesegerät gekauft. Der eBook-Reader Kobo Aura H2O hat ein 6,8 Zoll großes Display mit Beleuchtung. Der Zusatz H2O bedeutet eine Zertifizierung nach IP67 – das Gerät ist für 30 Minuten bei einem Meter Tiefe wasserdicht. Eine genaue Beschreibung des Kobo Aura H2O findet sich hier bei Kobo.

Ich möchte mich, wie in meinen anderen, subjektiven eBook-Reader Tests (Sony PRS-T3 gegen Kobo Aura, Tolino Vision) auch, auf die Kernkompetenz des eBook-Readers konzentrieren: Die möglichst papiernahe Darstellung von eBooks.

 

 

 

 

Größe, Gewicht, Fingerabdrücke und Verarbeitungsqualität

Kobo Aura H2O eBook-Reader im Größenvergleich mit einem 6 Zoll eBook-ReaderDer Kobo Aura H2O mit 6,8 Zoll Display wiegt knapp 230g, mein Sony PRS-T3S mit 6 Zoll Display knapp 170g. Durch das größere Gehäuse und die breiteren Rändern im Vergleich zum Sony liegt der Kobo Aura H2O angenehm in der Hand. Die Daumen liegen bequem am Rand auf. Die Abschrägung der Rückseite verbessert das „Festhaltegefühl“ zusätzlich.
Das 6,8 Zoll Display soll angeblich ein 30% größeres Display bieten. Das mag rechnerisch stimmen, subjektiv ist der Unterschied nicht so groß, bei annähernd identischen Schriftformatierungen stellt der Kobo Aura H2O vielleicht ein Wort pro Zeile mehr dar als der Sony PRS-T3S 6 Zoll eBook-Reader.

Negativ fällt mir die Anfälligkeit der Oberfläche für Fingerabdrücke auf. Kaum angefasst, schon kann die Spurensicherung zur Fingerabdruckaufnahme kommen. Bei meinen anderen eBook-Readern treten ebenfalls Fingerabdrücke am Gehäuse auf, allerdings nicht so extrem wie beim Kobo Aura H2O. Leider sind die Fingerfettspuren schwer zu entfernen, wobei man sich diese Mühe sparen kann – beim nächsten Anfassen sind die Fingerabdrücke wieder da.

Die Verarbeitung des Kobo Aura H2O ist tadellos, bei IP67 ist das auch ein Muss, sonst wäre er ja undicht. Endlich bewegt sich Kobo hier auf Augenhöhe mit Sony. Beim Kobo Aura HD und beim Kobo Aura knirschte und knarzte es auffällig, bzw. sind mir kleine Verarbeitungsmängel aufgefallen.

Das Wichtigste: Die Lesbarkeit auf dem Kobo H2O

Kobo Aura H2O eBook Reader mit Beleuchtung neben unbeleuchtetem Sony PRS-T3S eBook-ReaderUm es kurz zu sagen: ich bin begeistert!
Die Auflösung von 1430 x 1080 Pixeln (265 dpi) sorgt für eine sehr scharfe Darstellung der Texte. Im Gegensatz zum Tolino Vision und Kobo Aura sind die Buchstaben nicht „leicht verschwommen“ (kann es nicht besser ausdrücken).
Schaltet man die stufenlos regelbare Beleuchtung des Kobo Aura H2O ein, ist man begeistert: Kein “Litfasssäulen-Effekt” (siehe hier) wie beim Tolino Vision und Kobo Aura. Die Buchstaben sind schwarz, so wie es sein soll. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, der Farbton angenehm (ohne Blaustich). Am unteren Rand bilden sich leichte Schatten, die stören aber nicht wirklich. Bei 10-20% Hintergrundbeleuchtung entsteht der Eindruck, weißen, papierfarbenen Hintergrund zu betrachten. Sehr schön!
Ghosting (Seiteninhalte vorheriger Seiten sind am Display leicht sichtbar) konnte ich (bei einem Page-Refresh alle drei Seiten) nicht übermäßig feststellen, zumindest ist es nicht so auffällig wie beim Tolino Vision.
Im Vergleich zum Kindle Paperwhite 2, auf den ich vor einige Wochen neidisch bei einem Kollegen schielte, muss sich der Kobo Aura H2O bezüglich des Displays und der Lesbarkeit nicht verstecken, im Gegenteil – er ist dem Kindle Paperwhite 2 überlegen.

Bedienung des Kobo Aura H2OKobo Aura H2O eBook-Reader Darstellung bei 100 Prozent Beleuchtung

Die kurzen Reaktionszeiten des Geräts auf Nutzereingaben und ein logisch strukturiertes Menü sorgen für angenehmes “Arbeiten” mit dem Kobo Aura H2O. Wie bei allen Kobos, die ich bisher in den Fingern hatte, lassen sich Schriftgröße, Schriftarten, Seitenausrichtung, Zeilenhöhen und Randabstände einstellen und an die persönlichen Vorlieben gut anpassen.

Nervig ist die Handhabung der Wörterbücher. Markiert man ein Wort, öffnet sich das Wörterbuchfenster. Standardmäßig ist hier „Englisch“ eingestellt. Wenn ich ein englischsprachiges Buch lese, brauche ich aber „Englisch-Deutsch“. Leider kann man sein bevorzugtes Wörterbuch NICHT als Standard hinterlegen, bei jedem Wörterbuchaufruf muss umständlich von „Englisch“ auf „Englisch-Deutsch“ gewechselt werden. Das nervt gewaltig, bzw. spornt zum Vokabeln lernen an, um die Wörterbuchfunktion möglichst selten nutzen zu müssen. 3x tippen für eine Übersetzen, beim Sony PRS-T3s tippt man 1x aufs Wort und bekommt die Übersetzung.

Tipp: Kobo Aura H2O – schnellere Englisch-Deutsch Übersetzung

Schließt man den Kobo Aura H2O an einen PC an und betrachtet im neu erscheinendem Laufwerk das Verzeichnis .kobo\dict, sind dort, bei installierten „Englisch“ und „Deutsch-Englisch“ Wörterbüchern, die Dateien „dicthtml-en-de.zip“ und „dicthtml.zip“ vorhanden. Löscht man die „dicthtml.zip“ und benennt die andere Datei in „dicthtml.zip“ um, trickst man den eBook-Reader aus. Künftig erscheint beim Aufruf des Wörterbuchs sofort die Englisch-Deutsch Übersetzung, als aktives Wörterbuch wird weiterhin „Englisch“ angezeigt, aber wenn interessiert das.

Kobo liest immer mit – die Zwangsregistrierung

Bevor man den Kobo Aura H2O benutzen kann, muss man ihn, wie alle Kobo eBook-Reader, mit einem Kobo-Konto verknüpfen. Dies dient zum Kauf von eBooks direkt am Kobo Aura H2O ohne Umweg über den PC sowie der Synchronisierung mit anderen, aufs gleiche Konto registrierte Kobo eBook-Reader und Smartphone-Apps. Leider werden nur bei Kobo direkt gekaufte eBooks synchronisiert. Kauft man z.B. bei eBook.de ein eBook, wird es nicht synchronisiert.

Da ich Wert auf meine Privatsphäre lege und nicht unbedingt möchte, dass Kobo über mein Leseverhalten informiert wird, ist die Zwangsregistrierung für mich eher lästig, nutzlos und Zeitverschwendung. Als optionale Möglichkeit wäre die Registrierung OK, als Zwang stößt es mir sauer auf und schreckt mich ab. Als Konsequenz werde ich keine ebooks über den Kobo-Shop kaufen und WLAN nur zur Firmwareaktualisierung nutzen – wer kann schon sagen, was Kobo sonst alles an Daten sammelt.
Meinen Kobo-Account habe ich über ein Wegwerf-eMail-Adresse registriert.

Mein Fazit zum Kobo Aura H2O

Der Sony PRS-T3S wird in Rente geschickt, der Kobo Aura H2O begeistert mich. Getrübt wird der gute Eindruck etwas vom Fingerabdruck-Gehäuse, der umständlichen (aber verbesserbaren) Wörterbuchfunktion und der (einmaligen, also zu verschmerzenden) Zwangsregistrierung. Endlich gibt es einen ebook-Reader, bei dem die Beleuchtung für mich kein Ärgernis, sondern ein sinnvoller Zusatznutzen ist und für eine papiernahe Darstellung sorgt.

eBook-Reader: Meine Eindrücke vom Tolino Vision

Tolino Vision eBook ReaderDer Tolino Vision ist der neue eBook-Reader von Thalia, Weltbild, Telekom und Hugendubel. Aktuell (Mai 2014) kostet der Tolino Vision EUR 129,-. Damit ist er EUR 30,- teurer als der weiterhin erhältliche Tolino Shine.
Ich spreche kurz die mir wichtigsten Merkmale eines eBook-Readers an, siehe auch Sony PRS-T3 gegen Kobo Aura. Die 25 GB Cloud-Speicherplatz für eBooks (warum sollte ich jemals 25 GB Speicherplatz für eBooks brauchen? – aber egal), der eBook-Kauf über einen der integrierten Shops und ähnliches spreche ich nicht an – ich möchte einfach den bestmöglichen eBook-Reader zum Lesen ohne großes rundherum haben.
Es gibt reichlich Tests des Tolino Vision, die sämtliche Möglichkeiten und Funktionen des Gerätes aufzählen, bitte bemühen Sie dazu die Suchmaschine Ihrer Wahl.

 

Tolino Vision – das Gerät an sich

Der Tolino Vision liegt gut in der Hand, macht einen hochwertig verarbeiteten Eindruck und mit seinem Gewicht von 178g kann man das Gerät bequem in einer Hand halten. Der Tolino Vision hat eine plane Oberfläche wie ein Tablet, dadurch entsteht der Eindruck, eine Papierseite vor sich zu haben. Blättertasten wie bei anderen eBook-Readern gibt es nicht, die Bedienung erfolgt über das eInk-Display, welches gleichzeitig ein Touchscreen ist. Der Tolino Vision reagiert sehr schnell auf Touch-Kommandos: Seiten umblättern (antippen oder wischen über den Touchscreen), Menüs aufrufen und ins Hauptmenü springen geschieht angenehm schnell. Ein (nicht von einer Schutzklappe verdeckter) Speicherkartenslot ermöglicht die Erweiterung des zum Speichern für eBooks zur Verfügung stehenden Speicherplatzes um bis zu 32 GB.

 

Lesbarkeit auf dem Tolino VisionTolino-Vision und Sony PRS-T3S nebeneinander

Der Tolino Vision verfügt, wie fast alle aktuellen eBook-Reader, über eine Beleuchtung und eine Displayauflösung von 1024×758 Pixel.
Leider entsteht beim Tolino Vision der gleiche Eindruck wie beim Kobo Aura: Die Buchstaben sehen leicht verschwommen aus. Dies mag nicht auffallen, wenn man keinen anderen eBook-Reader als Vergleich hat, im direkten Vergleich mit einem Sony PRS-T3S erscheint mir die Lesbarkeit der Buchstaben auf dem Sony besser. Dies liegt wohl an der „Lichtleiterfolie“, welche beim Tolino Vision das Licht der am unteren Ende des Displays angebrachten LEDs auf die gesamte Displayfläche verteilt.

Schaltet man die stufenlos regelbare Beleuchtung des Tolino Vision ein, entsteht, wie beim Kobo Aura, der „Litfasssäulen-Effekt“. Die Buchstaben sind nicht mehr schwarz, sondern sehen aus, als ob sie auf einer Plastikfläche, die von hinten beleuchtet ist, gedruckt sind. Die Ausleuchtung an sich ist ungleichmäßig, wenn auch besser als beim Kobo Aura. Nutzt man die Beleuchtung des Tolino Vision Nachts, bzw. bei reduzierem Lichteinfall, erscheinen die Buchstaben zusätzlich von einem Grauschleier umgeben.

Die Tolino-Allianz wirbt mit dem eInk-Display der neuen Carta-Generation. Was nutzt aber die neueste Bildschirmtechnik, wenn deren Vorteile durch die Beleuchtung negiert wird? Das angeblich dank Carta nicht mehr auftretende Ghosting (Seiteninhalte vorheriger Seiten sind am Display leicht sichtbar), konnte ich zumindest bei wieder ausgeblendeten Menüs feststellen, deren Artefakte zeichnen sich sichtbar am Display ab.

 

Bedienung des Tolino Vision

Tolino Vision HauptmenüDie kurzen Reaktionszeiten des Geräts auf Nutzereingaben und ein logisch strukturiertes Menü sorgen für angenehmes „Arbeiten“ mit dem Tolino Vision. Wie bei jedem aktuellen eBook-Reader kann man Schriftgröße, Schriftarten, Seitenausrichtung, Zeilenhöhen und Randabstände einstellen, so dass man die teilweise grausig von den Verlagen formatierten eBooks an seine Vorlieben anpassen kann.

Der Tolino Vision verfügt über mehrere Wörterbücher, die man zur Übersetzung fremdsprachiger Wörter zur Hilfe nehmen kann. Ich habe die Englisch-Deutsch Übersetzung ausprobiert – im Vergleich zum Sony PRS-T3S fällt das Wörterbuch des Tolino Vision geringer aus. Von 20 zu übersetzenden Wörtern fand der Tolino Vision 16 Mal die deutsche Übersetzung, während der Sony PRS-T3S alle 20 Wörter übersetzen konnte. Die Bedienung der Übersetzungsfunktion könnte noch ein wenig vereinfacht werden – man muss das zu übersetzende Wort markieren und dann noch einmal auf „Übersetzen“ drücken. Warum reicht die Markierung des zu übersetzenden Wortes nicht aus? Es könnte immer die Übersetzung eingeblendet werden, selbst wenn man eine der anderen Optionen, die nach der Markierung eines Wortes erscheinen, anwählen möchte, stören würde die Übersetzung dabei nicht.

Angenehm ist, dass der Tolino Vision, anders als die eBook-Reader von Kobo, keine Zwangsregistrierung für einen eBook-Shop kennen. Sobald der Tolino Vision im WLAN angemeldet ist erscheint zwar im unteren Drittel der Startseite ein Bereich mit Link zu Thalia.de (wohl abhängig davon, wo man den Tolino Vision gekauft hat), dies ist aber (noch) nicht mit einem Benutzerkonto im eBook-Shop verknüpft. Wie bei allen eBook-Readern, die auf das ePub-ebook-Format setzen, üblich, ist man unabhängig von einem bestimmten Shop – man kann seine eBooks kaufen, wo man möchte und auf den Tolino Vision übertragen.

 

Mein Fazit zum Tolino Vision

Ich möchte den Tolino Vision mögen. Verarbeitung, Optik, Funktionen und Bedienkonzept stellen mich vollauf zufrieden. Die unselige Beleuchtung und die damit einhergehende „Litfass-/Grauschleier-Darstellung“ der Schrift sind für mich aber ein rotes Tuch. Ich möchte eine möglichst papiernahe Darstellung von einem eBook-Reader geboten bekommen. Gedruckte Buchstaben sind nun mal scharf und schwarz – beides liefert der Tolino Vision nicht. Er hat damit die selben Probleme wie der Kobo Aura und wie wahrscheinlich sämtliche aktuellen eBook-Reader mit Beleuchtung, die auf derselben Technik basieren. Mein Tolino Vision geht zurück zum Absender und ich bin weiter glücklich mit meinem Sony PRS-T3S. Habe ich halt keine Beleuchtung, dafür aber ein scharfes Schriftbild, das ist mir wichtiger.

eBook-Reader: Sony PRS-T3 gegen Kobo Aura

Sony PRS-T3 und Kobo Aura nebeneinanderSeit 2010 vertraue ich auf eBook-Reader von Sony. Pünktlich jeden Herbst gibt es die neue Hardware-Generation zu kaufen, marginal verbessert zum Vorjahresmodell.
Die Konkurrenz schläft nicht und hat Sony bezüglich Technik (beleuchtetes Display, höhere Displayauflösung) und Bedienbarkeit (Textformatierungsmöglichkeiten, Integration von Social Media [wer es braucht..]) überholt und bietet insgesamt bessere Lesegeräte an – oder doch nicht?

Der neue Sony PRS-T3 bietet, wie die Vorjahresmodelle immer noch keine Textformatierungsmöglichkeiten, ich spreche von einfachen Dingen wie Blocksatz, dafür aber zumindest ein Display mit 1024×758 Auflösung statt 800×600 wie bisher. Eine Hintergrundbeleuchtung hat der Sony keine. Für Leser englischer Bücher wichtig: Die Übersetzungsfunktion ist beim PRS-T3 wesentlich besser zu bedienen (Wort markieren – Wörterbuch mit der Übersetzung öffnet sich) als beim Kobo Aura (Wort markieren – englischsprachiges Wörterbuch öffnet sich – Umschalten auf englisches Wörterbuchmodus – bestätigen – Übersetzung öffnet sich).
Der Kobo Aura hat sehr gute Textformatieroptionen, ebenfalls 1024×758 Auflösung und ein beleuchtetes Display – auf den ersten Blick das bessere Gerät.

Verarbeitung der Geräte:
Sony PRS-T3: Nichts zu bemängeln, mattes Gehäuse, keine Spiegelungen
Kobo Aura: Minimale Beschädigungen in der oberen und unteren Rechten Ecke – vom Aufkleben des Deckmaterials? Mattes Gehäuse, aber durch das durchgehende Deckmaterial auf der Oberseite, der Aura sieht aus wie ein Tablet und hat keine Vertiefung vom Rand zum Display wie andere ebook-Reader, störende Spiegelungen.

Bedienung
Einschalten, Wecken aus dem Stand-By, Bedienung der Menüs, Umblättern – das alles gelingt flüssig ohne Wartezeiten auf beiden Geräten.
Die Oberfläche ist bei beiden Geräten logisch aufgebaut und problemlos zu bedienen.

Ghosting beim Umblättern
Die zweite Neuerung am PRS-T3-Display neben der höheren Auflösung ist eine Technik, welche das Ghosting verringern soll.
Als Ghosting werden Schriftfragmente von vorhergehenden Seiten bezeichnet, die man nach dem Umblättern noch sieht, meistens durchscheinend. Nicht dramatisch, aber doch störend, deshalb ist jede Verringerung des Ghostings willkommen.
Sowohl beim Kobo Aura als auch beim Sony PRS-T3 ist das Ghosting deutlich geringer als bei meinem alten Sony PRS-T2, wobei mir das „Anti-Ghosting“ des Kobo Aura etwas besser zu arbeiten scheint als der des PRS-T3. Für einen „weichen“ Seitenwechsel sorgen beide Geräte. Die „harte“ Seitenwechselmethode wäre der „Page-Refresh“ auf jeder Seite, was man bei beiden eBook-Readern einstellen kann. Dann flackert beim Seitenwechsel der Bildschirm kurz schwarz auf und es gibt kein Ghosting.

Kobo Aura patzt bei der Textdarstellung
Was ist die Grundfunktion eines eBook Readers? Richtig: Ein eBook vergleichbar zu einem gedruckten Buch darzustellen. Genau hier patzt der Kobo Aura meiner subjektiven Meinung nach gewaltig. Das ist ein so grundlegendes Problem, dass ich hoffe, dies möge ein Fabrikationsfehler meines Kobo Aura sein, denn in keinem der vielen im Internet kursierenden Testberichte wird davon gesprochen. Die Buchstaben sind, im Vergleich zum Sony PRS-T3 und meinem Kobo Mini, unscharf.
Der Hintergrund des eInk-Displays ist beim Kobo Aura dunkler als beim Sony PRS-T3, dies liegt wohl an der Lichtleiterfolie des Kobo, welche das von LEDs erzeugte Licht  über das Display verteilt.

Die Beleuchtung des Kobo Aura
Der Aha-Effekt beleuchteter eBook-Reader lässt sich gut an meinem Foto erkennen. Auf den ersten Blick erscheint das Display des Kobo Aura (rechts) dem Sony PRS-T3 klar überlegen. Platziert man den Sony unter einer guten Lichtquelle, wie ein normales Buch, ist der Hintergrund immer noch dunkler als beim beleuchtetem Kobo Aura, der Unterschied ist aber nicht so groß wie es auf dem Foto erscheint.
Das Lesen in Dunkelheit ist ebenso anstrengend für die Augen wie auf einem Tablet, zumindest ich würde beim Lesen mit dem Aura immer noch eine zusätzliche Lichtquelle verwenden, dann ist die Beleuchtung durchaus angenehm.
Die Ausleuchtung des Displays ist gleichmäßig, nur am Rand sieht man einen leichten, nicht störenden Rahmen, wenn die Beleuchtung nicht auf 100% steht.
Der beleuchtete Text wirkt wie bei „Plastik-Werbesäulen“, die von innen angestrahlt werden. Der Text ist nicht schwarz, sondern dunkelgrau.

Softwareprobleme, die mir aufgefallen sind, und sicher bald (Erstelldatum dieses Beitrags ist der 22.10.2013) per Firmware-Update behoben werden:
Sony PRS-T3: Die Silbentrennungsfunktion produziert Worttrennungen wie „I-hr“ und „A-uch“, das sorgt nicht für einen harmonischen Lesefluss und stört auf die Dauer gewaltig (wenn man so pingelig ist wie ich).
Kobo Aura: Bei jedem Schließen des Wörterbuchs sind Buchzeilen am Display verschwunden, man muss das Buch schließen und wieder öffnen, um dies zu beheben. Somit sind, abgesehen von der umständlichen Bedienung, die Wörterbücher nicht nutzbar, es sei denn, man schließt und öffnet nach jeder Benutzung das eBook – das kann es ja nicht sein.

Mein Fazit:
Am Papier ist der Kobo Aura der bessere eBook-Reader, im Alltag stellt sich für mich der Sony PRS-T3 als überlegen heraus.
Für EUR 50,- Aufpreis im Vergleich zum Sony PRS-T3 (Model S ohne Hülle) ist der Aura für mich sein Geld nicht wert, der Sony mit seinem Schriftbild klar überlegen. Dann habe ich halt keine Displaybeleuchtung und kann keinen Blocksatz einstellen, dafür ist das Schriftbild scharf, das Wörterbuch funktioniert und das Gehäuse spiegelt nicht.

Bon Jovi – Because we can in Stuttgart

OK, 2x Bon Jovi in einem Jahr – das ist der Ausgleich für alle verpassten Konzerte der letzten dreißig Jahre. Die Setlist variierte zu München, ein 11-jähriger Junge durfte „Dead or Alive“ auf der Bühne singen, was er toll gemacht hat. Christina Stürmer sang ein Duett mit JBJ. Aber das Wichtigste: Wir waren im Vergleich zu München hautnah an der Bühne dran! Da hat man gesehen, was für ein Poser JBJ ist, manchmal wie ein stolzierender Gockel, macht aber nichts.

Das stolze Bruder-Herz schlägt höher…

Meine Schwester Jenny hat heute ihre letzte mündliche Prüfung zur Euro-Kauffrau bestanden und damit ihre zweite Berufsausbildung erfolgreich beendet!
Gratulation, Sis!

Die Pina Colada ist schon kalt gestellt und wartet auf Dich!

Bon Jovi – Because We Can Tour im Olympiastadion München

Am 18.05. konnte ich endlich ein Bon Jovi Konzert im ausverkauftem (62.000) Olympiastadium München besuchen, nachdem ich die letzten Jahre nie Karten bekommen habe. Kurz gesagt – genial! Über drei Stunden Bon Jovi Hits der letzten dreißig Jahre, gespielt ohne Pause. Eine tolle Bühne, die Front eines Chevrolet Oldies, in welche Leinwände eingebaut sind, das ergibt nette Effekte. Wie Jon Bon Jovi sagte „wir spielen länger  als Justin Bieber und Justin Timberlake zusammen“. Das hat man gemerkt! Because they can!

Datensicherung 2: Cloud-Datensicherung mit Duplicati

Datensicherung in der Cloud – einfach.
Das Video zeigt die Erstellung der Datensicherung, die Einrichtung regelmäßiger Backups und das Zurückspielen einer Datensicherung mit der Freeware

Datensicherung 1: Grundüberlegungen zur Cloud-Datensicherung

Moment! Datensicherung in der Cloud?
Genau! Anders ausgedrückt: Datensicherung auf einem Onlinespeicher, angeboten von diversen Anbietern, ich habe  Microsoft SkyDrive gewählt. Funktioniert auch mit DropBox, Google Drive, etc. Auch jeder Amazon-Kunde bekommt ein „Amazon Cloud Drive“ mit 5 GB Speicherplatz kostenlos zur Verfügung gestellt.

Reicht Datensicherung in der Cloud aus?
Nein! Die erste Verteidigungslinie gegen Datenverlusst ist die Sicherung auf einem externen Datenträger, je nach Umfang der Daten ein USB-Stick oder eine externe Festplatte.
Zusätzlich empfiehlt sich eine Datensicherung auf wiederbeschreibbare optische Medien wie DVD-RW (4,3 GB) oder BluRay RE (25 GB).
Die Cloud-Datensicherung ist der letzte Schritt im Datensicherungskonzept für Privatleute.
Natürlich muss eine Datensicherung in regelmäßigen Intervallen erfolgen, sonst kann man es gleich sein lassen.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?
Microsoft ist ein US-Unternehmen, die Daten werden aller Wahrscheinlichkeit in den USA gespeichert und unterliegem dortigen Datenschutzgesetzen. Selbst wenn man einen deutschen Anbieter nehmen würde, würden immer noch schützenswerte Daten einem Dritten zugänglich gemacht. Einfache Lösung: Wir verschlüsseln unsere Daten, dann ist fremder Zugriff darauf nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich. Ich sträube mich „unmöglich“ zu schreiben, jede Verschlüsselung ist überwindbar, da dies aber Wochen/Monate/Jahre dauert und den Einsatz von viel Rechenleistung erfordert, wird Otto-Normal-Cloud-Datensicherer nichts zu befürchten haben.
Nachteil: Man kann nicht von überall auf seine gesicherten Daten zugreifen, die Daten müssen erst aller heruntergeladen werden und komplett entschlüsselt werden.
Wer also nicht nur eine Cloud-Datensicherung haben möchte, sondern diese Daten  auch nutzen will, muss wohl auf die Verschlüsselung verzichten.

Ich habe so viele Daten, die ich sichern möchte – da dauert die Datensicherung auf einem Onlinespeicher ewig
Natürlich ist die Dauer der Datensicherung abhängig vom Umfang der Daten und der Schnelligkeit der Internetverbindung (Upload, nicht Download).
Um den Zeit- und Upload-Aufwand für Cloud-Datensicherung zu minimieren, brauchen wir eine inkrementelle Datensicherung. Kurz gesagt: Es wird ein vollständiges Backup angelegt, beim nächsten Backup werden nur die Daten gesichert, die sich im Vergleich zum ersten Backup geändert haben.

Anforderungen an ein Cloud-Datensicherungsprogramm

  • Automatische Datensicherung anhand fester Intervalle
  • Daten sollen verschlüsselt im Online-Speicher abgelegt werden
  • Die Datensicherung soll eine inkrementelle Sicherung sein, um Zeit- und Upload-Aufwand zu minimieren

Welches Programm leistet dies?

Duplicati

In meinem nächsten Beitrag erkläre ich die Einrichtung von Duplicati zur Datensicherung in der Cloud.

Traumland USA? – Die bittere Realität der „Mehr-Job-Gesellschaft“

Gestern habe ich einen Bericht im ARD Weltspiegel gesehen.
USA: Der 24-Stunden Kindergarten
In den USA haben vier von zehn Arbeitnehmern mehr als eine Arbeitsstelle. Schlecht bezahlte Jobs im Dienstleistungsbereich, für die man SEHR flexible Arbeitszeiten in Kauf nehmen muss. Kinder werden um 4 Uhr früh aus dem Bett gerissen, im 24-Stunden Kindergarten abgegeben, mit dem Fernseher ruhiggestellt und dann übermüdet in die Schule geschickt.
Da kann man froh sein, dass es bei uns solche Verhältnisse noch nicht gibt – dachte ich jedenfalls. „In deutschen Großstädten gibt es bereits erste 24-Stunden Kindergärten“ belehrt mich der Weltspiegel eines besseren.
Da kann man nur hoffen, dass unsere hochgepriesene deutsche „Soziale Marktwirtschaft“ uns vor diesem und ähnlichen Trends aus USA letztendlich bewahren wird – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.